Mittwoch, 16. September 2009

20.-23.08.2009 – Segel mit der Southern Cross (Whitsundays)

Endlich mal wieder mit einer warmen Dusche in den Tag starten. Da der gute Herr Eicke schon wieder etwas flusig auf dem Kopf aussah, haben wir gleich noch den Haarschneider rausgekriegt und ich habe ihm die Haare geschnitten. Da ich es nun schon das vierte oder fuenfte Mal gemacht habe, kam es doch etwas unerwartet, dass ich diesmal den falschen Aufsatz erwischte und die Haare etwas verunstaltet habe. Statt etwas kuerzeren Haaren im Nacken habe ich ihm ehr gar keine Haare im Nacken verpasst, leider sah es mit seinem lichten Haar oben auf dem Kopf dann von hinten ein bisschen aus wie eine ueberbreite Moenchstonsur...
Um das zu feiern goennten wir uns an 'the Strand' ein riesiges Ei- und Schinkenfriehstueck, in Form von BBQ Kartoffeln mit Ei und (fuer alle Nichtvegetarier) ordentlich gebratenem Speck.
Genug Kraft fuer den bevorstehenden Tag. Denn Autofahren ist ja so anstrengend fuer alle Beteiligten...


Als wir in Airlie Beach ankamen begann ich die Adresse des Ladens herauszusuchen, an dem wir uns heute melden sollten. Der Adresse hoerte es sich ganz einfach an '5 The Esplanande', das Problem war nur, dass mir die Karte zeigte, dass es zwar etwa vier Strassen gab die auf Esplanade endeten, aber alle noch einen weiteren Namen hatten, wie etwa die Beach Esplanade...
Nach einigem Suchen fanden wir heraus, dass die richtige The Esplanade in Wirklichkeit Airlie Esplanade hiess. Kaum hatten wir die richtige Strasse und den richtigen Laden gefudnen hatten konnten wir einchecken. Wie wir bald rausfanden, mussten wir nur deshalb einen Tag vorher da sein mussten, um unsere Daten die wir schon angegeben hatten noch einmal selber in einen Computer einzugeben. Und konnten von der unfreundlichen Office Lady nichemal irgendwelche genaueren Informationen bekommen.
Um unsere Laune nach diesem Zeit und Geld raubenden Schwachsinn wieder aufzubessern, schlenderten wir noch ein bisschen durch die Stadt, bevor wir uns nach dem billigsten Campingplatz umschauten, da mit den Zelt nicht gut wildcampen war.
So landeten wir auf dem Flametree Campingplatz ein bisschen ausserhalb und genossen eine letzte Nacht ohne Geschunkel, bevor es aufs Boot ging.
Am naechsten Morgen ging es schon vorm Fruehstueck zum Hafen, damit wir auch ganz sicher rechtzeitig da sind. Waehrend Jan mit unserem Auto fuer die drei Tage abfuhr wurden wir dann von unserer Crew Andy, dem Skipper und Amy, dem Maedchen fuer alles empfangen, fanden wir schnell raus dass das Boot ein Barfussboot war und dass es ganz nach unserem Geschmack, nich sooo doller auf Touris umgebaut wurde wie wir befuerchtet hatten. Es gab keine einzelnen Kabinen. Die Betten waren einfach kleine Pritschen die in den Wohnraum reinragen.


Bei unserer Einfuehrung lernten wir gleich die wichtigste Regel fuer die Klobenutzung: Poo, pee and paper! Als einziges was rein darf in die Schuessel, damit sie nicht verstopft.
Nach ein paar weitern Einfuehrungen und lecker Obst fuhren wir gleich los, zum Whitehaven Beach. Leider nur mit Motor, da es einfach keinen Wind gab.
Die ersten Freundschaftsbande entstanden schnell, als wir rausfanden, dass das zweite deutsche Paerchen das mit war, Nils und Wiebke auch Kitesurfer waren. Da war erstmal fuer Gespraechsthema gesorgt.
Von unserem ersten Stop aus, der Tonge Bay konnten wir zu einem Lookout ueber den Whitehaven Beach und das Hillinlet gehen. Von hier hatte man einen unglaublich huebschen Ausblick, fast so schoen wie die Postkartenbilder, die aus dem Flugzeug gemacht werden.





Als sich alle satt gesehen und ihr Mittag verdrueckt hatten, fuhren wir zu unserem Ankerplatz fuer die Nacht hinueber. Auf dem Weg konnten wir ein ganz kleines Stuecken Segeln. Naja fast, die Segel waren oben, aber der Motor lief zur Unterstuetzung. Beim Segelsetzen und auch beim Segel wieder einholen wurden allen Aufgaben zugeteilt.


Als wir geankert hatten, ueberings immer noch am Whitehaven Beach nur um einiges weiter, konnten wir noch einmal an den Strand und das Hillinlet sogar zu Fuss erkunden.





Gesagt getan. Auf unserm Weg genossen wir den Strand und die Sonne, sahen ganz viele Stachelrochen, kleine blaue Kullerkrebse und dieses komische Ding dass Andy spaeter als Meeresvariante eines Tausendfuesslers oder wahrscheinlich ehr eines Hundertfuessers identifiziert hat.



Als wir ganz langsam am Strand zurueck troedelten und langsam zum Abholpunkt schlenderten,






standen schon mit Kaese ueberbackene Nachos bereit fuer uns und fuehrten gleich alle Bootsinsassen zusammen, zum ersten Zusammenhucken, der ganzen Gruppe. Die Macht des Essens ;)

Zurueck auf dem Boot genossen wir dann schon bald das Abendbrot. Wie man schon sieht wurden wir reichlich mit Essen versorgt. Amy war wohl fast den halben Tag in der Kueche beschaeftigt, grade weil sie auf verschiedenste Dieten wie Laktoseunvertraeglichkeit und keine Eier und Vegetarier und was nicht noch alles achten musste. Und neben bei noch sehr sehr lecker!
Nach ein paar netten Gespraechen, zog es doch die meisten von uns ins Bettchen, sodass nur noch die deutsche Runde uebrigblieb, um ein bisschen Killer Bunnies zu spielen und noch weiter zu schnacken.
Am naechsten Morgen vom Motorengeraeusch aus dem Bett geworfen, genossen wir erstmal das Fruehstueck, Karo sehr froh, dass es endlich mal wieder was anderes als Toast gab. Und schon kamen wir am ersten Schnorchelspot, dem Pitstop an. Wir konnten nur mit denen Neoprenanzuegen ins Wasser, da diese uns vor den giftigen Quallen schuetzen konnten. Da keine Saison fuer Stingers war gab es nur eine Art vor der wir uns fuehrchten mussten. So klein und durchsichtig, dass man sie nicht sehen kann, aber so fieses Gift, dass man nur noch vor Schmerzen zuckend auf dem Boden liegt und sogar schon Leute dran gestorben sind, weil sie einfach dachten dass sie sterben und dann vor Panik ein Herzversagen hatten, obwohl man vom Gift eigentlich nicht stirbt. Wie auch immer, Grund genug den Anzug anzuziehen und auf Nummer sicher zu gehen.






Das Schnorcheln selbst war wenig spektakulaer, keine so besonderen Korallen und auch nur wenig Fische. Das einzig tolle, war dass ich eine Schildkroete gesehen habe, allerdings nur ganz kurz bevor sie zu weit weg war. Etwas enttaeuscht vom ach so weltberuehmten Great Barrier Reef, krabbelten wir wieder aufs Boot und fuhren noch weiter und schon bald zum naechsten Schnorchelspot, der Mackeral Bay. Dort haette es die Moeglichkeit gegeben tauchen zu gehen, doch nach unseren letzten Taucherfahrungen wollten wir uns das Geld wirklich lieber sparen...
So assen wir erstmal, bevor wir dann, obwohl wir eigentlich nach dem letzten Spot so unmotiviert waren, dass wir erst gar nicht raus wollten, doch noch ins Wasser sprangen. Und das hat sich wirklich gelohnt. Nicht nur, dass ich wieder einen kurzen Blick auf eine Schildkroete erhaschen konnte, es waren auch viel mehr und viel schoenere Fische zu sehen und die Korallen waren einfach unglaublich. Sie waren richtig schoen geformt, da sie entweder fast bis an die Wasseroberflaeche reichten oder in unendlich tiefen Schluchten unter uns verschwanden und teilweise fast senkrechte Waende bildeten. Sehr beeindruckend und mit Sicherheit spannender zu ertauchen, als unser 3,5m Spot wo wir tauchen waren.







Fuer mich der beste Spot, den ich im Great Barrier Reef gesehen habe.
Als wir uns dann von dem Anblick losreissen konnten ging es auch schon bald wieder weiter zu unserem naechsten Nachtquatier, der Blue Pearl Bay. Auf dem weg dahin konnten wir noch ein bisschen segeln und haben sogar Wale gesehen.







Dort angekommen sahen wir einen Seeadler, den Amy auch gleich mit einem extra fuer ihn aufgehobenen Wuerstchen vom Mittag fuetterte. Sehr beeindruckender Vogel, so gross und so schnell!




Mit schoenem Sonnenuntergang





Wie zu erwarten hatten wir auch diesen Abend wieder gutes Essen und nette Gespraechsrunden und zusaetzlich noch riesige Fische die um unser Boot herumschwammen und mit der Taschenlampe erkundet wurden und am Ende sogar noch versucht wurden zu fuettern, leider nur mit maessigem erfolg. Die Kekse schienen ihnen nicht so gemundet zu haben.

Auf Beobachtungsposition: Arsch an Arsch



Am naechsten Morgen schipperten wir gemuetlich zur Black Island, wo wir den Grossteil unseres letzten Tages verbringen sollten.


Zuerst umwanderten wir die Insel komplett und sahen dabei abgesehen von einer Menge Steine, einige interessante, wenn auch toten Korallen, die Reste einer quitschblauen Qualle und ein Adlernest sogar mit kleinem Adler drin.












Grade als wir wieder an unserem 'Liegestrand' ankamen und uns Schnorchelfertig gemacht haben, hat Andy eine Schildkroete ganz nah am Ufer gesichtet. Da sind wir alle gleich ganz schnell ins Wasser gesprungen und hinterhergeschnorchelt. Wunderschoen! Wir sind wirklich minutenlang neben ihr hergeschwommen, bis sie irgendwann zu tief abgetaucht ist. Wirklich beeindruckend.



Noch ein bisschen am Strand entspannt, bevor wir dann wieder aufs Boot und Richtung Heimat gefahren sind.



Es war immerhin genug Wind, dass wir die Segel hochziehen konnten, auch wenn der Motor die ganze Zeit mitlief...




Einmal durften wir dann ohne Anzuege und direkt vom Boot ins Wasser springen! Juhuu!


Schon viel zu schnell war das kleine Abenteuer vorbei, wir kamen im Hafen an und mussten uns von allen verabschieden.
Hier mal ein kleiner Ueberblick ueber unsere Reise, den Amy fuer uns auf eine grosse Karte gemalt hat.


Zum Glueck waren wir allerdings schnell auf den Abend miteinander verabredet um uns noch einmal in der Bar zusammenzusetzen und ein wenig feiern zu gehen.
Nach einer kleinen Dusche an der Lagoone (einer Art oeffentlichem Schwimmbad ohne Eintritt) und den ersten Getraenken am Strand, mit unserem alte Gefaehrten Jan zusammen ging es auch schon los in die Bar.




Jan, der die letzten drei Tage ja hier in Airlie Beach verbracht hatte, war auch derjenige, der meinte man koennte mit dem Auto einfach auf dem Parkplatz an der Lagoone stehenbleiben und dort schlafen, da wuerden immer mindestens fuenf Bullies ueber Nacht stehen und ein Zelt braeuchte man nicht, am Strand laege ein Katamaran unter dem man schlafen und nicht mehr gesehen werden koennte.
Nachdem wir mehrere Stunden das Nachtleben der kleinen Stadt mit unseren Freunden von der Segeltour genossen hatten und zum Auto zurueck gingen mussten wir fest stellen, dass das bei weitem nicht der Fall war. Ausser dem einen Auto in dem zwei Securityleute sassen, war unser Auto das einzige auf dem ganzen Parkplatz und der Strand war so hell erleuchtet, dass man unter dem Katamaran noch sehr gut und schon aus weiter Entfernung zu sehen gewesen waere. Als wir deshalb noch eine Runde gingen, fanden wir Jan, den wir zwischendurch verloren hatten, weil er so betrunken war, dass er in keine Bar mehr reingelassen wurde, vor einer Disko wieder und sammelten ihn ein. Wenn man es genau nimmt musste ich ihn mit mir zerren und dem Polizisten versprechen, dass ich mich gut um ihn kuemmere, weil er ihn sonst mitgenommen haette. Als wir dann unter Jans trunkenen Beschuempfungen wieder am Auto ankamen, mussten wir Jan als erstes ueberzeugen dass er, der kaum noch alleine stehen konnte, nicht mehr unser Auto durch die Gegend fahren sollte, um einen anderen Schlafplatz zu finden. Dann gingen Karo und ich ins Bettchen, waehrend die beiden Jungs nochmal loszogen. Nach einigen Versuchen irgenwo hineinzukommen und grade nachdem Jan wohl ein wenig rumgepoebelt und an einigen Autos gewackelt hat, wurden die beiden kurz bevor sie wieder am Auto ankamen, doch noch von der Polizei ertappt. Jan war so betrunken, dass er den Polizisten gegenueber noch unfreundlicher wurde und daraufhin in den Kaefig, den den Polizeiautos hintendrauf haben gesteckt wurde und die Nacht in der Ausnuechterungszelle verbringen musste.
Fabian dagegen, fuer den ja nun kein richtiger Schlafplatz mehr uebrig war, telefonierte noch ein paar Stunden, schlief dann ein Stuendchen auf dem Fahrersitz bis es endlich hell wurde und er sich mit einer Decke in den Park lagen konnte.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen